Auf jeden Fall wieder

Vikis erster Marathon

Wenn mich jemand vor drei Jahren gefragt hätte: „ Welchen Sport machst du? “wäre mein Antwort gewesen: „Alles außer Laufen! Das kann ich nicht und lange Strecken schon gar nicht!“ So, und nun? Etliche gelaufene Kilometer und unzählige vergossene Schweißtropfen später stehe ich mit einigen Mädels vom Lauftreff Wedel in der Startzone vom 29. Haspa Marathon in Hamburg.

Viki
Viki in Aktion.

Die Aufregung ist riesig und der Puls ist schon vor dem Start beschleunigt. Der Startschuss fällt und so langsam setzt sich das Feld in Bewegung. Zunächst ist es noch sehr voll, aber ganz allmählich entzerrt sich die Menschenmenge und ab der Reeperbahn kann man in seinem eigenen Lauftempo laufen. Am Altonaer Rathaus vorbei, mitten in das Herz von Altona, führt die Strecke traditionell. Schnell ist die Aufregung verflogen und man kann den Jubel der Zuschauer genießen. Der Halbmondsweg ist dann der erste Wendepunkt der Strecke und es geht die Elbchaussee wieder stadteinwärts. Herrlich ist der Blick auf die Elbe und den Hafen. An den Landungsbrücken und am Baumwall vorbei wird man förmlich von den frenetischen Anfeuerungsrufen der Schaulustigen getragen. Die Beine sind gut und ich merke überhaupt nicht, dass das ja schon die ersten 10km waren... Weiter geht’s  am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Binnenalster. Dort werden wir von heißen Sambarhythmen von El Batucada empfangen. Ein Stückchen Wedel im Fernen Hamburg! Riesig! Das gibt Schub! Und schon geht es an der Alster entlang  dem Stadtpark entgegen. Der Halbmarathon ist schnell erreicht. Alles gut! Ich freue mich, dass alles gut läuft und sauge die gute Stimmung in mich auf.

Unzählige Kinderhände habe ich schon abgeklatscht und circa 3 Mio. mal meinen Namen gehört. Ab und zu mal ein paar Worte mit anderen Läufern gewechselt, mich über phantasievolle Kostüme amüsiert. Großartig! Doch dann nach der City Nord so um km 25 herum merke ich ein nerviges Reiben in meinem rechten Fuß.... Oh, nein! Eine fette Blase, die mich die nächsten 5 Kilometer gut beschäftigt und bremst. Aber aufgeben gilt nicht: wer so weit gekommen ist, der schafft auch noch den Rest! Also Zähne zusammen beißen und weiter geht’s.

Ohlsdorf, Alsterkrugchaussee und dann Klosterstern und Eppendorfer Baum. Die Stimmung ist immer noch extrem gut, doch so ganz langsam werden die Beine deutlich schwerer. Aber auch hier gilt: kneifen ist nicht! Wobei ich überrascht feststelle, dass es mir noch lange nicht so schlecht geht, wie so manchem anderen. Rechts und links stehen jetzt immer öfter Läufer, die sich mit Krämpfen quälen. Na - dann geht’s mir ja doch ganz gut! Vorbei an der Alster, diesmal im Westen, geht es dann über den Mittelweg in Richtung Dammtor. Die letzten zwei Kilometer brechen an. Noch einmal wird man getragen von den Anfeuerungsrufen der Zuschauer. Absolut irre! Endspurt, so richtig Gas geben, alles motivieren – soweit noch möglich - und ab auf die Zielgerade. Beinahe wäre ich noch von jubelnden Staffelmarathonis umgerempelt worden...

Aber da ist sie: die Ziellinie! Ich habe es geschafft! Erschöpft, aber glücklich bin ich angekommen.

Und wenn ihr mich jetzt fragt: „Würdest du es nochmal machen?“ Ja, auf jeden Fall!
Laufschuhe an und los....

Viki Koy


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